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Lavizzara
Das Wappen von Lavizzara im Kanton Tessin (Schweiz): Herkunft, Bedeutung und Geschichte des Gemeindewappens — mit Blasonierung und als Sammelobjekt im Wappenalbum der Schweiz.
Im Album ansehen →in Silber ein schwarzer Kochtopf; Siegel: der hl. Martin zu Pferd, begleitet im Schildhaupt rechts von einem Kochtopf und von der Inschrift: S. Martini D. Communitas Lavigierie (1654)
HBLS, Bd. 4, S. 647–648 — „LAVIZZARA“ · auf Deutsch
Herkunft & Bedeutung
Der hinterste Teil des Maggiatales heisst Val Lavizzara. Deshalb lag es auf der Hand, dass die neue Gemeinde diesen Namen übernahm. Das Tal wird durch die gestürzte Spitze in Grün dargestellt. Die kleinere weisse Spitze markiert die firnbedeckten Berge und die sechs schwarzen Rechtecke symbolisieren die ehemaligen sechs Gemeinden. Diese Rechtecke stellen Granitplatten dar und verweisen auf die Bedeutung der Steinbrüche im Tal, aus denen Granit gebrochen wird.
SWF — „Lavizzara“ (2026-07-28) · auf Deutsch
Geschichte
Oberer Teil des Maggiatals, dessen Name von Lavaggi oder Lavezzi (Kochtöpfe aus Lawetzstein, der in diesem Tale gewonnen wird) abgeleitet sein soll. Sicher ist, dass die Lawetzinduslrie schon im 14. Jahrh. bekannt war. Urspr. unterstand LAVIZZARI 637 die L. mit dem Maggiatal dem Gerichtskreis von Locarno, von dem die beiden sich 1403-1406 trennten, um ein eigenes Gericht zu bilden. 1430 verlieh der Herzog von Mailand dem Tale das Recht, den Richter für die Zivilsachen zu ernennen; die Strafsachen wurden vom Podestà des Maggiatales beurteilt, der zweimal im Monat in die L. kommen musste, um Recht zu sprechen. Gegen 1535 scheint das Tal vom Maggiatal unabhängig zu sein. Zuerst bildete es eine einzige Gem. oder vicinanza, aber 1374 nahmen die Dörfer Broglio, Prato, Sornico, Feccia und Fusio eine Teilung des gemeinsamen Gebietes vor. Gegen 1501 nahm die L. am Aufstand des Maggiatales gegen die Franzosen teil und wurde zu einer Busse verurteilt. Unter der Schweiz. Herrschaft wurde ihre Autonomie von den Kantonen teilweise bestätigt (hinteres Gericht); sie hatte gemeinsam mit dem Maggiatal einen Landvogt und Fiskal. Ersterer war im Tal durch einen Statthalter vertreten. […]
HBLS, Bd. 4, S. 647–648 — „LAVIZZARA“ · auf Deutsch · Auszug
Heraldische Beurteilung
Die Kombination von zwei Spitzen in dieser Art ist unheraldisch und verstösst gegen die Farbregel. Es dürfen nicht zwei aneinanderstossende Felder dieselbe Farbe aufweisen, bzw. in der Heraldik gibt es keine "Trennlinien". Auch die sechs Granitplatten sind nicht so ohne weiteres als solche erkennbar.
SWF — „Lavizzara“ (2026-07-28) · auf Deutsch
Gemeindefusion
2004: Broglio, Brontallo, Fusio, Menzonio, Peccia, Prato-Sornico → Lavizzara
SWF — „Lavizzara“ (2026-07-28) · auf Deutsch
Quellen
- HBLS, Bd. 4, S. 647–648 — „LAVIZZARA“ — Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, 1921–1934
- SWF — „Lavizzara“ (2026-07-28) — Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen — Neue Fusionswappen, 1986–2021
Ehemalige Gemeinden
Diese heute aufgelösten Gemeinden gingen in Lavizzara auf:
- Brogliofusioniert 2004
- Brontallofusioniert 2004
- Fusiofusioniert 2004
- Menzoniofusioniert 2004
- Pecciafusioniert 2004
- Prato-Sornicofusioniert 2004